In diesem Artikel erklären wir Dir alles, was Du als Geschäftsführung über Abschreibungen wissen musst.
Wir zeigen erst, was Abschreibungen sind - dann die Berechnung - und wie sich das auf Deine Steuern auswirkt. Und zum Schluss gehen wir auf einige Sonderregelungen ein.
Kapitalgesellschaften, wie eine GmbH oder AG, werden grundsätzlich als Gewerbebetrieb angesehen, unabhängig davon, welche Art von Tätigkeit sie tatsächlich ausüben. Also gilt: Du musst eine Gewerbeanmeldung für Deine GmbH machen!
Bestimmte Tätigkeiten können von der Gemeinde reguliert werden, vor allem, wenn es um öffentliche Interessen geht. Faktoren wie Lärm, Verkehrsaufkommen oder Umwelteinflüsse spielen hier eine Rolle.
In seltenen Fällen kann sogar eine Genehmigung notwendig sein, und im Extremfall kann es passieren, dass die Gemeinde die Tätigkeit untersagt.
Abschreibungen
Die Abschreibung ist eine Methode, um den Wertverlust von Wirtschaftsgütern, wie Maschinen oder Computern, über ihre Nutzungsdauer in der Buchhaltung abzubilden. Sie dient dazu, den tatsächlichen Wert eines Unternehmens realistisch darzustellen und gleichzeitig die Steuerlast zu optimieren.
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erfassen den Wertverlust der Vermögensgegenstände Deines Unternehmens, z.B. Computer oder Maschinen - also Dinge, die länger genutzt werden, und an Wert verlieren.
Sicher kannst Du Dir vorstellen, dass eine Maschine z.B. durch Abnutzung oder Alterung weniger wert ist.
Es geht also darum, den tatsächlichen Wert des Unternehmens, ✨korrekt✨ darzustellen – schließlich will das Finanzamt Dich auch korrekt besteuern.
Beispiel: Dein Startup verdient 1500 € und Du kaufst für 1500 € eine 3D-Druck-Maschine. Würdest Du den gesamten Kaufpreis direkt als Verlust eintragen, hättest Du 0 € Gewinn, und das Finanzamt 0 € Steuern
Das klingt erstmal gut, aber es ergibt keinen Sinn: Die Maschine ist ja nicht sofort wertlos. Sie verliert aber durch Nutzung und Alterung mit der Zeit an Wert.
Alles direkt als Verlust einzutragen, heißt ja quasi: „Die Maschine ist ab dem ersten Tag nichts mehr wert.“
Das glaubt Dir das Finanzamt nicht - und genau deshalb gibt es Abschreibungen. Dabei verteilt sich der Wertverlust der Maschine über mehrere Jahre. Also statt die 1.500 € direkt abzuschreiben, trägt man jedes Jahr einen Teil davon als Verlust ein.
So bekommst Du einen realistischen Überblick über Deine Finanzen – und das Finanzamt auch.
Hinweis: Als
Geschäftsführung
Die Geschäftsführung ist die Leitung und Steuerung einer Firma oder einer Organisation. Sie umfasst alle Aufgaben und Entscheidungen, die notwendig sind, um das Tagesgeschäft zu führen. In einer GmbH übernimmt die Geschäftsführung diese Rolle, indem sie die Geschäfte nach innen und außen führt und rechtlich verantwortlich ist. Geschäftsführungen können natürliche oder juristische Personen sein.
bist Du verpflichtet, die Wertverluste von Vermögensgegenständen realistisch in Deiner Bilanz darzustellen.
Abschreibungsregeln findest Du in §253 HGB und §7 EstG!
Abschreibungen sind nicht gleich Abschreibungen – es gibt verschiedene Arten, wie man den Wertverlust von z.B. einer Maschine berechnen kann.
Wir erklären hier aber nur die
lineare Abschreibungsmethode
Die lineare Abschreibung verteilt die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts gleichmäßig über dessen Nutzungsdauer. Jedes Jahr wird derselbe Betrag abgeschrieben, bis das Gut vollständig abgeschrieben ist.
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, weil das Finanzamt diese Methode immer akzeptiert.
[§]
mehr dazu: § 7 Abs. 1 EStG
Bei der linearen Methode wird der Verlust, also die
Anschaffungskosten
Die Anschaffungskosten umfassen alle Kosten, die notwendig sind, um ein Wirtschaftsgut zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Dazu gehören der Kaufpreis, Transportkosten und Montagekosten und nachträgliche Anschaffungskosten, abzüglich Rabatten oder Skonti. Alle Kosten werden mit ihren Nettowerten erfasst.
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, gleichmäßig auf die
Nutzungsdauer
Die Nutzungsdauer gibt an, wie lange ein Wirtschaftsgut voraussichtlich genutzt werden kann. Sie wird in der Regel durch die AFA-Tabellen des Finanzamts festgelegt oder muss bei nicht aufgeführten Gütern geschätzt werden.
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verteilt. Jedes Jahr wird also derselbe Betrag abgeschrieben.
Hierfür sind 2 Sachen relevant, wie hoch sind die „Anschaffungskosten“ und die Nutzungsdauer, also über wie viele Jahre schreibe ich ab.
Sobald Du ein Wirtschaftsgut – wie die 3D-Druck-Maschine – kaufst, musst Du die Anschaffungskosten ermitteln.
[§]
mehr dazu findest du in § 253 Abs. 1 HGB und § 7 Abs. 1 EStG
Das ist in erster Linie der netto Preis, also ohne Mehrwertsteuer, den Du nach Abzug aller Rabatte tatsächlich bezahlt hast.
Dazu kommen aber noch die Anschaffungsnebenkosten wie z.B. Transport oder Montage, aber auch nachträgliche Anschaffungskosten, z.B. Upgrades für die Maschine.
Laufende Betriebskosten, wie Wartung oder Energieverbrauch, zählen nicht zu den Anschaffungskosten.
Wenn Du die Anschaffungskosten kennst, musst Du noch wissen, über wie viele Jahre Du etwas abschreiben kannst - also wie lange das "Wirtschaftsgut" voraussichtlich verwendet werden kann.
Natürlich kann das niemand vorher genau wissen, deshalb hat sich das Finanzamt hierfür die
✨AfA-Tabelle✨
Die AfA-Tabelle (Absetzung für Abnutzung) ist eine vom Finanzamt veröffentlichte Übersicht, die die Nutzungsdauer verschiedener Wirtschaftsgüter standardisiert. Sie dient als Grundlage für die Berechnung von Abschreibungen.
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ausgedacht
[?]
Abschreibungen sind auch bekannt als „Absetzung für Abnutzung“ (AfA), daher auch „AfA-Tabellen“
. In der AfA-Tabelle ist für viele Gegenstände eine Abschreibungsdauer festgelegt. Du findest den Gegenstand, den Du abschreiben willst, indem Du nach der Kategorie schaust - Zum Beispiel „Fahrzeuge“. Noch einfacher ist es, mit der Tastenkombi STRG+F. Ganz unten sind auch alle Gegenstände nochmal alphabetisch sortiert!
Zum Beispiel müssen Büromöbel über 13 Jahre abgeschrieben werden, eine Bohrmaschine aber nur über 8 Jahre. Bei PCs kann man sich entscheiden - das erklären wir Dir in einem Mini.
Am besten verwendest Du die AfA-Tabelle, dann gibt es keine Rückfragen. Wenn Du eine andere Nutzungsdauer nehmen willst, brauchst Du gute Argumente dafür!
Die AfA-Tabelle AV ist die allgemeine Abschreibungstabelle für Anlagegüter, die branchenübergreifend genutzt werden. Es gibt auch branchenspezifische AfA-Tabellen, die speziell auf einzelne Wirtschaftszweige zugeschnitten sind. Wenn ein Anlagegut in der allgemeinen und in einer branchenspezifischen Tabelle ist, hat die branchenspezifische Tabelle Vorrang – wenn das Gut in der entsprechenden Branche verwendet wird. [?]
Wenn Du Anschaffungskosten und Nutzungsdauer kennst, nutzt Du die Formel:
Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer
Hier ein Beispiel: Unsere 3D-Druck-Maschine kostet 1500 € und hat eine Nutzungsdauer von 5 Jahren. Das bedeutet, dass der Wertverlust – also die Abschreibung – jährlich 300 € beträgt. Nach Ablauf der fünf Jahre ist die Maschine vollständig abgeschrieben.
Wenn man die Maschine noch weiter nutzt, lässt man sie mit dem Restwert von 1 € in der Buchhaltung, damit alles, was in der Firma rumsteht, auch im Inventar auftaucht. Daher nennt man diese 1 € auch Erinnerungswert.
Wenn Du die Maschine aber erst im November gekauft hast, schreibst Du nicht am Ende des Jahres die vollen 300 € ab. Du hast sie ja nur 2 Monate in diesem Jahr genutzt, also ist die Abschreibung in diesem Jahr viel weniger. 300 € im Jahr entspricht 50 € im Monat. Also für 2 Monate 50 €.
Für das erste Jahr wären das dann 50 €, im 2.,3.,4 und 5 Jahr jeweils die 300 €, im sechsten schließlich 249 € (1 € Erinnerungswert).
Maschinen, die Du dann immer noch benutzt, nennt man übrigens "stille Reserven", weil sie laut Buchhaltung nichts mehr wert sind, aber Dir immer noch Geld verdienen.
Das waren jetzt die Basics, wie Abschreibungen funktionieren - aber es gibt einige Ausnahmen und ✨Entscheidungsspielräume✨, die Deine Steuerlast beeinflussen können.
Beispielsweise stehen 3D-Drucker nicht in der AfA-Tabelle, und je nachdem wie man argumentiert, könnte man den z.Bsp. über 3 Jahre oder über 5 Jahre abschreiben.
Das heißt, Du hast den Verlust über 3, oder über 5 Jahre verteilt.
Aber was bedeutet das konkret? Wenn Du den Drucker über 3 Jahre abschreibst, verringert sich Dein Gewinn in diesen Jahren – und damit auch Deine Steuerlast. Entscheidest Du Dich für 5 Jahre, verteilen sich die Ausgaben gleichmäßig auf einen längeren Zeitraum.
Das heißt: Du zahlst entweder jetzt weniger Steuern, oder Du verteilst die Steuerersparnis auf die kommenden Jahre.
Wichtig dabei: Wie Du abschreibst, beeinflusst den Zeitpunkt, zu dem Du Steuern zahlst – nicht aber die Gesamthöhe Deiner Steuerlast. Die Entscheidungen, die man hier trifft, nennt man „Abschreibungspolitik“ - die kann strategisch wichtig sein, weil Du so Deine Steuern „planen“ kannst.
In der Regel will man immer viel Steuerersparnis so schnell wie möglich haben, damit man nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommt. Deshalb können spezielle Abschreibungen und Sonderregelungen interessant sein…
Es gibt dutzende Sonderregelungen und für die wichtigsten haben wir Dir jeweils ein Video gemacht:
Es gibt dutzende Sonderregelungen und für die wichtigsten haben wir Dir jeweils ein Video gemacht:
Zusätzlich haben wir auch nochmal ein extra Mini, in dem wir euch zeigen, wie man das Ganze in dem Buchhaltungsprogramm Lexoffice auch in die Praxis umsetzt.
Wir danken Lexware Office für das Sponsoring dieser Staffel.
Falls Du noch Fragen oder Feedback hast, kommentier' sie gerne unter unserem YouTube Video.